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Jungen Nachwuchskräften eine Chance geben

Die Nagel-Group bildet Flüchtlinge in Nürnberg aus

Ermias Abebe Zewde, Galhat Haji und Samir Noori absolvieren ihre Ausbildung in der Kraftverkehr Nagel-Niederlassung Nürnberg. Nicht nur das haben sie gemeinsam: Sie sind alle als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Galhat Haji, Ermias Abebe Zewde und Samir Noori (v.l.).

Ursprünglich stammen die drei Auszubildenden aus den Krisenländern Afghanistan, Äthiopien und Syrien. 2013 und 2014 sind sie zu Fuß, mit dem Boot und im Lkw nach Nürnberg geflüchtet. Dort haben sie dann im Rahmen eines Praktikums in der Nagel-Niederlassung Nürnberg ihr Interesse für das Thema Logistik entdeckt und am 1. September ihre Ausbildung in Nürnberg begonnen. Zwei als Berufskraftfahrer, einer als Fachlagerist. Ihre ersten Deutschkenntnisse haben die Azubis in ihren Flüchtlingsunterkünften erworben, nun werden sie weiter vom Ausbildungsring Aktiver Unternehmer (AAU) mit Deutschkursen gefördert. „Als Nagel-Group nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst und stellen diese durch die Ausbildung der Flüchtlinge einmal mehr unter Beweis. An erster Stelle steht für uns die nachhaltige Kompetenzentwicklung der jungen Mitarbeiter, die schon vor dem Ausbildungsbeginn ihr Engagement unter Beweis stellen mussten“, sagt Stephan Speckner, Niederlassungsleiter in Nürnberg.

Bürokratische Hürden bewältigen

Die Nagel-Group hat sich mit verschiedenen Arbeitsämtern und Kammern in Verbindung gesetzt, um geeignete Kandidaten für die Ausbildung zu finden. „Es ist entscheidend, sich mit den unterschiedlichen Akteuren in der Flüchtlingshilfe besser zu vernetzen und konkrete Angebote zu machen“, erklärt Ulrich Mihatsch, Ausbildungsleiter in Deutschland. „Durch Maßnahmen wie Praktikumsplätze, Einstiegsqualifikationen oder sogar Ausbildungsplätze wie in Nürnberg haben wir die Möglichkeit, den Austausch mit den entsprechenden Stellen zu intensivieren und auszubauen.“ Doch der Weg dahin war nicht ganz unkompliziert. „Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, fasst Siglinde Burger ihre bürokratischen Erfahrungen in Bezug auf die Ausbildung zusammen. Denn es gibt gesetzliche Vorschriften und bürokratische Hürden sowie eine Klärung des rechtlichen Status und die Beantragung einer Arbeitserlaubnis, die der Ausbildungsverantwortliche mit den Flüchtlingen bewältigen musste.

Zusammenarbeit läuft gut an

Im Ausbildungsprogramm profitieren alle Beteiligten voneinander. „Wir helfen den jungen Flüchtlingen bei der Integration, indem wir ihnen eine Ausbildung ermöglichen und bekommen qualifizierte Mitarbeiter, im Rahmen unserer Nachwuchsausbildung“, erklärt Siglinde Burger, die zusammen mit Tobias Möller in der Niederlassung in Nürnberg für die Ausbildung von 35 Azubis zuständig ist. Trotz einiger Herausforderungen bei der Bürokratie läuft die Zusammenarbeit mit den neuen Nagel-Group-Mitarbeitern bislang sehr gut an. Alle drei fühlen sich von den Kollegen akzeptiert und beantworten gern die vielen Fragen nach ihrer Herkunft und ihrem langen Weg nach Deutschland. Jetzt wollen sie nach der langen Wartezeit zwischen Flüchtlingsunterkünften und Deutschkursen vor allem eins: endlich arbeiten und ein normales Leben in Deutschland beginnen.

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