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Nah- oder Fernverkehr? Für Berufskraftfahrer sind das verschiedene Welten

Vielfalt des Fahrens

Tausende Berufskraftfahrer sind täglich für die Nagel-Group unterwegs. Ihre Arbeitstage können allerdings ganz unterschiedlich sein – je nachdem, ob sie im Nahverkehr oder im Fernverkehr tätig sind.

Sie verbindet diese eine Leidenschaft: die Freude am Fahren. Sie kennen das erhebende Gefühl, das aufkommt, wenn man ganz alleine dafür verantwortlich ist, ein 40 Tonnen schweres Gefährt sicher durch die Straßen zu steuern. Oder wenn dem Fahrer bewusst wird, dass über 400 PS nur darauf warten, von einer Bewegung seines rechten Fußes entfesselt zu werden. Dieses besondere Gefühl kann auch entstehen, wenn man nachts auf menschenleeren Autobahnen in Südfrankreich dahingleitet oder dem Sonnenaufgang in Schweden entgegenfährt.

Von diesen Augenblicken kann fast jeder Berufskraftfahrer erzählen – auch wenn ihr Arbeitsalltag oft ganz verschieden sein kann. Denn Berufskraftfahrer ist noch lange nicht gleich Berufskraftfahrer. Ob jemand im Fernverkehr oder im Nahverkehr unterwegs ist, macht einen erheblichen Unterschied und wirkt sich auch auf das Privatleben aus.

Vertrauen zum Kunden aufgebaut

Der Arbeitstag von Maik Mäkel beginnt in den frühen Morgenstunden. Der 40-Jährige ist seit über acht Jahren für die Nagel-Group im Einsatz und transportiert die Ware vom Standort Borgholzhausen aus. Mäkel hat die fahrerische Vielfalt, die als Berufskraftfahrer möglich ist, selbst erlebt. Für die Nagel-Group war er im Fernverkehr genauso wie im Begegnungsverkehr unterwegs. Sein Gefährt hat er nicht nur über die Straßen in Deutschland gesteuert, er ist auch im europäischen Ausland auf Achse gewesen. Zurzeit fährt Mäkel jeden Morgen erst einmal nach Lingen. Seine Tour beginnt damit, dass er die Lebensmittel eines großen Discounters von Borgholzhausen ins Emsland fährt. Mäkel hat sich für den Nahverkehr entschieden.

Für ihn bedeutet das: feste Touren und feste Zeiten. Das hat beispielsweise den Vorteil, dass der 40-Jährige auf seinen Touren immer wieder dieselben Kunden ansteuert und so eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. „Man kennt sich mittlerweile“, erzählt er. „Das macht vieles einfacher.“ Der Fahrer kennt dadurch die speziellen Anforderungen „seiner“ Kunden und kann sich auf sie einstellen. Außerdem haben die Kunden einen festen Ansprechpartner. Für sie ist der Fahrer das Gesicht der Nagel- Group. Wenn Mäkel die Ware ausgeliefert hat, nimmt er Kontakt zum Disponenten auf. Dann lautet die Frage: Was kann er von dort wieder mit zurücknehmen? Zurzeit steuert er im Anschluss häufig einen großen Süßwarenhersteller an und befördert dessen Ware auf dem Rückweg nach Borgholzhausen. Ist die Ware abgeladen, kontaktiert Mäkel erneut die Disposition und erkundigt sich nach einer weiteren Tour.

Sein Arbeitstag endet gegen Mittag. Wenn andere Arbeitnehmer gerade gemeinsam mit den Kollegen in die Kantine gehen, holt Maik Mäkel seine Tochter von der Schule ab. Anschließend hilft er der Achtjährigen bei den Hausaufgaben. Abends hat er sogar noch Zeit, um ins Fitnessstudio zu gehen. Auch wenn er sich während seines Arbeitstages regelmäßig bewegt, bleibt das Bedürfnis, sich gelegentlich körperlich auszupowern. Trotz der überwiegend sitzenden Tätigkeit kann er sich über mangelnde Bewegung nicht beklagen. Mithilfe eines Schrittzählers am Handgelenk hat er festgestellt, dass er täglich sogar etwa sechs Kilometer zu Fuß zurücklegt. Für Bewegung sorgt auch das Auf- und Abladen sowie das sichere Verstauen der Ware. „Ich finde es gut, dass ich mich während der Arbeit regelmäßig bewege.“ Für Maik Mäkel ist der Nahverkehr genau das Richtige: Neben der Arbeit bleibt ihm noch genug Zeit für Familie und Sport. Und er schläft jede Nacht in den eigenen vier Wänden.

Der Reiz des Unterwegsseins

Für Frank Fischer ist der Nahverkehr keine Option. Der 53-Jährige ist Fernfahrer – und das mit Leib und Seele. „Ich wollte schon als Kind Berufskraftfahrer werden und so ein großes Ding fahren“, erzählt er. Für Frank Fischer muss es unbedingt der Fernverkehr sein. Er liebt es, unterwegs zu sein, lange Touren zu fahren und herumzukommen. „Ich entdecke jeden Tag neue Ecken in Deutschland“, sagt er. Mit dem engen Rahmen im Nahverkehr kann er nicht viel anfangen. „Ich brauche dieses bisschen Ungewissheit, das den Reiz ausmacht.“ Wie ist der Verkehr? Gibt es Baustellen oder Umleitungen? Immer wieder muss er sich auf veränderte Gegebenheiten einlassen und neue Herausforderungen meistern. Auch die Tatsache, dass er während der Tour so etwas wie „sein eigener Chef ist“, trägt für ihn zum Reiz des Berufes bei. „Ich muss nicht alle zehn Minuten meine Mails nachgucken sondern melde mich, wenn ich den Auftrag erledigt habe.“

Die Arbeitswoche beginnt für ihn oft schon Sonntagnacht. Dann macht er sich von Borgholzhausen aus auf den Weg Richtung Süddeutschland. Das Sammelgut im Auflieger bringt Frank Fischer dann beispielsweise zu den südlich gelegenen Niederlassungen der Nagel-Group. Oft steuert er die Niederlassungen in Deißlingen, Reichenbach oder Bad Grönenbach an. Nach vier Stunden Fahrt legt Frank Fischer eine 45-minütige Pause ein. „Ich habe meine zwei oder drei Rasthöfe, die ich gerne anfahre.“ Anschließend setzt er sich noch einmal maximal viereinhalb Stunden hinters Lenkrad, um sein Ziel zu erreichen. Am Ende des Tages hat er die Waren in die jeweilige Niederlassung der Nagel- Group gebracht. Von dort werden sie weiterverteilt. Danach fängt für ihn die Ruhezeit an.

Work-Life-Balance ermöglichen

Am nächsten Morgen geht es dann weiter: Fischer nimmt Ware aus Süddeutschland wieder mit in Richtung Heimat. In der Disposition versuchen die Mitarbeiter, die Rückfahrt möglichst optimal auszulasten. Hat der 53-Jährige seine Tour beendet, ist er auch wieder in der Heimat-Niederlassung angelangt und kann die nächste Nacht zu Hause verbringen. „Es ist wichtig, dass die Fahrer Beruf und Privatleben miteinander verbinden können und eine Work-Life-Balance möglich ist“, sagt Sven Neumann, der in Borgholzhausen für die Personalplanung zuständig ist. Für ihn ist es von großer Bedeutung, ein offenes Ohr für die Belange der Fahrer zu haben und über ihre individuellen Bedürfnisse Bescheid zu wissen. „Wir wollen nah am Fahrer dran sein.“ Soweit es unter wirtschaftlichen und organisatorischen Gesichtspunkten möglich ist, werden die Fahrer dort eingesetzt, wo sie ihren Schwerpunkt sehen. Für Sven Neumann gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Arten von Berufskraftfahrern. Während die einen gerne im Fernverkehr fahren, liegt den anderen eher der Einsatz im Pendel- und Nahverkehr. Die dritte Gruppe favorisiert indes die einschichtige Fernverkehrstour. „Hier kann die Nagel-Group für alle Schwerpunkte des gewerblichen Güterverkehrs ein breites Portfolio anbieten“, erklärt Neumann.

Neben Nah- und Fernverkehr gibt es noch weitere Differenzierungen für den Berufskraftfahrer. So sind manche Mitarbeiter der Nagel-Group beispielsweise in erster Linie im Begegnungsverkehr im Einsatz. Dabei treffen sich zwei Fahrer etwa in der Mitte der Strecke Borgholzhausen-Nürnberg. Auf einer Autobahnraststätte tauschen sie die Auflieger und jeder fährt dann mit dem Auflieger des anderen zurück. Das Risiko einer Leerfahrt kann so gar nicht erst entstehen. Für Sven Neumann ist es wichtig, dass die Einsatzgebiete der Berufskraftfahrer zu ihrer Lebensplanung passen. Denn nur so ist die langfristige Zufriedenheit der Mitarbeiter gewährleistet.

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