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Länderreport: Slowakei

Industrie und Onlinehandel sorgen für Boom in der Logistikbranche

Umgeben von Polen, Österreich, Ungarn, Tschechien und der Ukraine befindet sich mitten im Herzen Osteuropas die Slowakei. Das tälerreiche Land gehört zu Deutschlands wichtigsten Handelspartnern.

Auf einer Gesamtfläche von rund 49.000 Quadratkilometern leben mehr als 5,4 Millionen Menschen. Über die nördliche Hälfte des Landes erstrecken sich die Karpaten, im Süden befindet sich die Donautiefebene. Slowakeis Hauptstadt Bratislava liegt am Dreiländereck zu Ungarn und Österreich. Gegründet wurde die slowakische Republik am 1. Januar 1993, nachdem sich die Tschechoslowakei friedlich aufgelöst hatte. Die Amtssprache ist Slowakisch. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Europäischen Union und hat seit 2009 den Euro. Seit 2007 ist das Land zudem Mitglied des Schengenraums. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag laut Auswärtigem Amt im Jahr 2016 bei knapp 79 Milliarden Euro. Pro Kopf entspricht das rund 14.500 Euro. Deutschland, Tschechien und Polen gehören zu den wichtigsten Exportländern. Die Slowakei importiert Waren vor allem aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes gehörten 2015 die Industrie (25,2 Prozent) und das Verkehrs-, Beherbergungs- und Gaststättenwesen (22 Prozent).

Logistik und Verkehr

Die Slowakei hat in den vergangenen Jahren ihre Infrastruktur immer weiter ausgebaut. Sie orientiert sich an den geographischen Gegebenheiten des Landes, das durch zahlreiche Flüsse und Täler geprägt ist. 1969 entstanden die ersten Autobahnen, die die im Westen des Landes gelegene Hauptstadt Bratislava mit der Stadt Košic im Osten verbinden. Das gesamte Netz, bestehend aus Straßen und Autobahnen, hat eine Länge von rund 55.000 Kilometern. Das Land verfügt zudem über 3.600 Kilometer Schienenstrecke sowie über 200 Kilometer Wasserstraßen. In der Slowakei gibt es insgesamt elf Handelshäfen und fünf internationale Flughäfen.

Auf den Autobahnen und Schnellstraßen ist seit 1995 eine Maut fällig. Für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen besteht eine Vignettenpflicht. Für Lastkraftwagen hingegen besteht seit 2010 eine streckenbezogene Maut, die auch einige andere Straßen miteinbezieht. Durch den Ausbau der Infrastruktur und aufgrund der erfolgreichen Fahrzeugindustrie erlebt die Logistikbranche der Slowakei einen Boom. Auch der nachgefragte Einzelhandel und der verstärkte Onlinehandel sind Gründe für den steigenden Bedarf an Transport- und Lagerdienstleistungen. Jährlich wird eine Gütermenge von rund 200 Millionen Tonnen innerhalb der Slowakei befördert.

Im kombinierten Verkehr hat sich die transportierte Gütermenge seit 2009 mehr als verdoppelt. 2015 wurden erstmals mehr als fünf Millionen Tonnen mit mindestens zwei Verkehrsträgern befördert. Zu den wichtigsten Logistikzentren in der Slowakei gehören der Logistics Park Bratislava (500.000 Quadratmeter Lagerkapazität), der Prologis Park Bratislava (322.000) und der Immopark Kosice (250.000). Viele der exportierten Güter sind Bio-Lebensmittel. Milch wird beispielsweise häufig nach Tschechien exportiert, Eiscreme nach Deutschland. Auch Gemüse ist ein beliebtes Exportgut – vor allem Sauerkraut. Dieses zählt gleichzeitig zu den Leibspeisen der Slowaken. Die Küche des Landes wird stark von den Nachbarstaaten Österreich, Ungarn und Tschechien beeinflusst. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, Gulasch oder Wiener Schnitzel in slowakischer Variation auf der Speisekarte zu finden. Einheimische Gerichte basieren meist auf Gemüse, Schweinefleisch, Kartoffeln und Milchprodukten. Slowakische Spezialitäten, etwa das Gebäck Trdelník oder der Brimsenkäse, haben die geographische Schutzbezeichnung der EU (Gütezeichen zum Schutz von Herkunftsangaben und traditionellen Produkten).

Typisch slowakische Küche

Sauerkraut und Nocken, die vergleichbar mit italienischen Gnocchi sind, gelten als typische Bestandteile der slowakischen Küche. Auch verschiedene Suppen sind beliebt. Vor allem Sauerkraut-, Bohnen-, Knoblauch- oder Linsensuppen gehören zur slowakischen Küche. Das Nationalgericht der Slowakei heißt Bryndzové halušky (Brimsennocken). Es besteht aus Nocken, Speck und Bryndza, einer Schafskäsesorte. Für das Dessert backen die Slowaken Strudel oder Hefekuchen.

Nagel Slovensko

Nagel Slovensko wurde 2005 gegründet und ist die slowakische Landesgesellschaft der Nagel-Group. Sie unterhält in einem Logistikzentrum in Senec, nahe der Hauptstadt Bratislava, Umschlag- und Lagerflächen in einer Größenordnung von 15.000 Quadratmeter. Eine weitere Niederlassung befindet sich in Prešov und Banská Bystrica.

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