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Wenn 45.000 Paletten den Standort wechseln

Ein Lager zieht um

Umzüge sind immer eine Herausforderung. Doch was ist, wenn 45.000 Paletten mit Lebensmitteln innerhalb weniger Wochen den Standort wechseln müssen? Und das bei laufendem Betrieb? Udo Müller und Lena Watermann wissen, worauf es ankommt. Als Mitarbeiter im Bereich Corporate Contract Logistics der Nagel-Group waren sie für diesen Umzug mitverantwortlich – und haben ihn zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern der Nagel-Group in weniger als zwei Monaten erfolgreich über die Bühne gebracht.

Als die letzte Osterware das Lager im rheinland-pfälzischen Grolsheim verlassen hat, geht es los. Die heiße Phase beginnt. Das komplette Volumen eines Großkunden, das auf 30.000 Quadratmetern in Grolsheim untergebracht ist, wird in den nächsten Wochen in den neuen Logistikpark im 50 Kilometer entfernten Trebur transportiert. Dort ist ein hochmodernes Lager entstanden, das der Kunde als neues Zentrallager nutzen möchte. Mit der schrittweisen Fertigstellung der Immobilie kann der Umzug endlich beginnen.

Der Startschuss nach Ostern ist bewusst gewählt. „Wir wollten uns erst auf das Saisongeschäft konzentrieren“, erklärt Norbert Slink, Head of Corporate Contract Logistics, „und uns danach mit voller Kraft dem Umzug widmen.“ Gesagt, getan. Es ist Anfang April, und in den kommenden Wochen werden 25.000 Quadratmeter Lagerfläche und 5.000 Quadratmeter Co-Packingfläche von Grolsheim nach Trebur transportiert. Eine Mammutaufgabe.

Volumen in Grolsheim schrittweise verringern

Die Vorarbeit ist zu diesem Zeitpunkt bereits erledigt. In enger Abstimmung mit dem Kunden entwickelten Udo Müller und Lena Watermann die Umzugsplanung. Gemeinsam legten sie fest, welche Produkte zuerst den Weg nach Trebur antreten sollten. „Wir haben uns für die unkritischen Waren entschieden“, erinnert sich Müller. Das sind Produkte, die entweder in großer Stückzahl zur Verfügung stehen oder nicht kurzfristig in den Einzelhandel gehen. All das vollzieht sich durchgängig in enger Abstimmung mit dem Kunden. Die erste Stufe des Umzugs ist eingeläutet. Nun geht es darum, die Bestände in Grolsheim schrittweise zu verringern und Volumen in Trebur aufzubauen.

In der zweiten Phase wird der Wareneingang des Großkunden nach Trebur verlagert. Die Lkw mit neuer Ware steuern nun direkt den riesigen Logistikpark an. Weiteres Volumen wird aufgebaut. Täglich sind die Fahrzeuge zwischen den Lägern unterwegs, manchmal sind es bis zu zehn Auflieger, die ausschließlich für den Umzug zuständig sind. Unterstützung gab es von der nur wenige Kilometer entfernt gelegenen Niederlassung der Nagel-Group in Groß-Gerau. „Wir haben die Kollegen dort frühzeitig in unsere Planungen eingebunden“, erzählt Norbert Slink. „Sie haben dafür gesorgt, dass uns diese zusätzlichen Transportkapazitäten über etliche Wochen zur Verfügung standen.“

Co-Packingzone am Wochenende transportiert

Der nächste Meilenstein ist die Verlagerung der Co-Packingzone. Denn für den Kunden übernimmt die Nagel-Group nicht nur Wareneingang, Einlagerung und Warenausgang, sondern auch die Kommissionierung. „Als Value Added Services hatten wir in Grolsheim einen rund 5.000 Quadratmeter großen Co-Packing-Bereich eingerichtet“, erklärt Lena Watermann, die gemeinsam mit Ralph Großelohmann den Umzug dieses Bereichs betreut. Zu Spitzenzeiten sind dort rund 180 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb aktiv. Sie bereiten die vom Kunden angelieferten Lebensmittel passgenau für die Bedürfnisse des Einzelhandels auf. Die Mitarbeiter packen die Artikel um, bündeln diese in gemischten Sortimentskartons oder fassen sie zu kleineren Kartons zusammen, die dann direkt ins Supermarktregal gestellt werden können. Um die Artikel verkaufsfördernd zu präsentieren, fertigen sie auch individuelle Displays sowie hochwertige Bodenaufsteller an, die die Aufmerksamkeit des Verbrauchers auf sich ziehen.

Ende April galt es, diese Anlage abzubauen und schnell nach Trebur zu bringen. „Wir mussten einen harten Schnitt machen“, erinnert sich Lena Watermann. An einem Donnerstag wurde ein letztes Mal gepackt, danach wurde die Anlage abgebaut. Paletten, Regale, Packtische, Bodenrollbahnen und Umreifungsbahnen für Kartonagen wurden kurzerhand in die Lkw verladen. Am Wochenende wurde das gesamte Equipment nach Trebur gebracht und aufgebaut. „Das hat alles gut funktioniert“, so Watermann. Am Montag ging es dann am neuen Standort weiter.

Wareneingang simuliert

Damit während der gesamten Umzugsphase ein Rädchen ins andere greift, überließen die Mitarbeiter nichts dem Zufall. Um das Tempo bei der Abfertigung zu erhöhen, wurden beispielsweise die Wareneingangsetiketten für Trebur bereits in Grolsheim angebracht.

Im letzten Schritt wurde dann noch der Warenausgang nach Trebur verlagert. Weil sich Teile der Ware aber weiterhin in Grolsheim befanden, existierten während dieser Phase zwei Warenausgänge parallel. „Jeder Warenausgang hat dazu beigetragen, das Umfahren der Ware zu reduzieren“, so Slink. Ganz vermeiden ließ sich das aber nicht. Wenn beispielsweise 70 Prozent des Auftragsvolumens in Trebur eingelagert waren, lief der Warenausgang über diesen Standort. Via Shuttleverkehr wurden die restlichen 30 Prozent des Auftrags von Grolsheim nach Trebur gebracht.

Feiertage als zusätzliche Herausforderung

Als wäre ein solcher Umzug nicht schon komplex genug, kam noch ein erschwerender Faktor hinzu: die „kurzen“ Wochen. Mehrere Feiertage sorgten in dieser Zeit dafür, dass das gesamte Projekt zeitlich sehr herausfordernd war. In Abstimmung mit dem Kunden hatte man sich für die Monate April, Mai und Juni entschieden, weil das Transportvolumen in dieser Phase niedriger ist als in der Hochsaison über Ostern. Der Erfolg gibt allen Beteiligten Recht: Die Nagel-Group schaffte es sogar, einige Wochen früher fertig zu sein als geplant.

Slink ist wichtig, dass nicht nur die Mitarbeiter im Lager den Umzug bewältigt haben. „Das Projekt ist gemeinsam mit dem Transport gestemmt worden“, unterstreicht der Kontraktlogistik-Spezialist. Denn die hatten die zusätzlichen Kapazitäten über Wochen zur Verfügung gestellt. Während des Projektes trugen zahlreiche Mitarbeiter aus der gesamten Nagel-Group dazu bei, dass das Vorhaben ein Erfolg wird. Neben den besonders involvierten Mitarbeitern vor Ort wie Michael Schneider (Betriebsleiter Trebur) und Gabriele Schier waren unter anderem die Niederlassung Bochum, der österreichische Standort Traiskirchen und die ungarische Niederlassung Alsónémedi beteiligt. Von Seiten des Corporate Headquarters war zudem Werner Schobel maßgeblich involviert. Für die Umstellung der kompletten IT hat außerdem Hans van Dam von der zur Nagel-Group gehörenden CAL Consult gesorgt.

Bis Ende Mai hielt die Nagel-Group doppelte Strukturen aufrecht, um auch in dieser Phase den Bedürfnissen des Kunden im Tagesgeschäft vollauf gerecht zu werden. Danach wurde der komplette Warenausgang in Trebur zusammengezogen. Die Zeit für den Standort Grolsheim ist damit aber noch nicht vorbei: Der Kunde hat das Volumen noch einmal erhöht – und so wird Grolsheim zurzeit als Außenlager genutzt.

Der Logistikpark Trebur

Der Logistikpark Trebur ist strategisch günstig gelegen. Die 96.000 Quadratmeter große Immobilie entstand im Städtedreieck von Frankfurt, Mainz und Wiesbaden und ist nur rund 25 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. In der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main leben etwa 5,7 Millionen Menschen, außerdem dient der Raum Frankfurt als eine Drehscheibe für den europäischen Lebensmittelhandel.

Mit insgesamt 43.000 Quadratmetern Fläche ist die Nagel-Group der größte Ankermieter. Die Lagerfläche ist in verschiedene Bereich unterteilt und bietet dem Lebensmittellogistiker Raum für rund 65.000 Palettenstellplätze. Die erste Einheit über etwa 10.000 Quadratmeter hat die Nagel-Group Ende 2017 angemietet. Es folgten drei weitere Einheiten über rund 10.000 Quadratmeter sowie eine Anmietung über 3.000 Quadratmeter. Die Logistikimmobilie richtet sich an unterschiedliche Mieter, die ihre Flächen in verschiedenen Größen anmieten.

Im Inneren des Lagers sorgen zahlreiche Breitgangregale dafür, dass die Schubmaststapler schnell an die Ware kommen. Die Nagel-Group kann dort Lebensmittel zwischen 14 bis 21°C einlagern.

Der Gewerbepark erzeugt seine Energie fast komplett selbst. Das hochmoderne Gebäude wurde nach neuesten Energiestandards errichtet und nutzt dabei unter anderem Erdwärme und Energie aus Photovoltaik-Anlagen.