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Wie Sie sich auf den Ausstieg Großbritanniens aus der EU vorbereiten müssen

Die Nagel-Group Brexit Checkliste

Mit dem Jahr 2020 endet die Übergangszeit zum Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. Bis dahin gelten in Bezug auf wirtschaftliche Transaktionen mit britischen Unternehmen, Steuern und Zölle weiter die Regeln der EU. Gleichzeitig ist der 31.12.2020 aber auch die Deadline, zu der sich die Politik auf ein Freihandelsabkommen geeinigt haben muss. Wenn nicht, droht der No-Deal-Brexit. Wir erklären Ihnen in Kürze, welche Konsequenzen beide Szenarien hätten und was Sie tun müssen, um gut auf den Brexit vorbereitet zu sein.

X No-Deal

Kommt ein Freihandelsabkommen nicht zustande, gelten die Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Somit würden für den Warenverkehr zwischen Vereinigtem Königreich und Ländern der EU die gleichen Zölle erhoben, wie sie auch für andere Drittstaaten gelten – wie zum Beispiel den USA oder China. Importierte Güter und Dienstleistungen werden mit der jeweils geltenden Mehrwertsteuer und/oder Verbrauchssteuer belegt. Großbritannien kann darüber hinaus die Zuwanderungsgesetze frei gestalten, muss sich nicht an EU-Gesetzgebung halten oder zum EU-Haushalt beitragen. Andererseits verlieren sie den Zugang zum EU-Binnenmarkt und müssen Schätzungen der WTO zufolge jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro Kosten nur an Einfuhrzöllen rechnen.

✓ Deal

Abhängig von den noch auszuhandelnden Konditionen, ist weiterhin eine Zollunion möglich. Auch Sonderlösungen wie mit Kanada oder der Schweiz, die eine Personenfreizügigkeit oder den Zugang zum Binnenmarkt vorsehen, sind zumindest theoretisch weiterhin denkbar. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen gelten trotzdem alle vorgesehenen Zollförmlichkeiten, selbst wenn keine Gebühr erhoben werden soll. Somit wachsen Aufwand und Kosten auch dann erheblich, wenn sich beide Seiten rechtzeitig auf ein Freihandelsabkommen einigen können.

Unternehmen, die Handelsbeziehungen zwischen EU und UK unterhalten, müssen sich in jedem Fall auf neue Bestimmungen vorbereiten. Wir geben Ihnen einen Überblick zu den Themen, die ab dem 1. Januar 2021 bei Transaktionen mit Unternehmen des Vereinigten Königreiches unbedingt berücksichtigt werden müssen.

EORI

Die EORI-Nummer dient der steuerlichen Registrierung und Identifizierung. Sie kommt nur beim Handel mit Drittländern zum Einsatz – zu denen Großbritannien ab 2021 in jedem Fall gehört. Wirtschaftsbeteiligte müssen sich also bei den Zollbehörden registrieren, sonst sind Aus- und Einfuhren nicht mehr möglich.

HS-Warentarifnummer

Für alle Waren gibt es eine Codenummer, die es dem Zoll erlaubt, dem Produkt die korrekten Steuern und Zölle zuzuordnen. Wie hoch die Sätze sein werden, ist noch nicht abzusehen. Dass Sie Ihre Exporte nach Großbritannien ab 2021 mit der richtigen Warentarifnummer auszeichnen müssen, steht allerdings fest.

Welche Warennummern für Ihre Produkte die richtigen sind, können Sie unter https://trade.ec.europa.eu/tradehelp/eu-product-classification-system/ nachlesen.

Genehmigungen

Für die Einfuhr mancher Produkte ist eine Lizenz notwendig. Das gilt beispielsweise für Pflanzen und Tiere, und etliche Produkte aus dieser Gattung. Darüber hinaus können für manche Produktgruppen auch Ursprungszeugnisse verlangt werden.

Welche Dokumentationen Sie für Ihre Waren vorbereiten müssen, können Sie auf den Seiten www.gov.uk und https://trade.ec.europa.eu/ nachlesen.

Integration

Alle für die Zollabwicklung relevanten Daten sollten nicht nur direkt an der Ware ausgewiesen, sondern auch in Ihrem System abgebildet werden. Dazu gehören alle Identifikationsnummern und Dokumente, die für die Einfuhr oder den Transit nachgewiesen werden müssen:

HS-Klassifizierungsnummer – Identifizierung des Produkts

EORI-Nummer – Identifizierung des Händlers

Master Reference Number (MRN) – Nachweis über vollständige Zollanmeldung

DDS/FAS – Registrierung zur Erleichterung von Zollzahlungen

Produktkonformität – Übereinstimmung der Produkte mit den Vorschriften der Zielregion

Transit Accompanying Document (TAD) – Versandbegleitdokument für den Transit über Großbritannien

Aufschubkonto

Wenn Sie die Zahlung von Mehrwertsteuer und Einfuhrzöllen für Importe aufschieben können wollen, müssen Sie ein entsprechendes Aufschubkonto besitzen oder neu eröffnen. Alternativ werden Sie einen Vertreter mit der Verauslagung beauftragen müssen.

Incoterms

Bitte vereinbaren Sie mit Ihren Geschäftspartnern eindeutig die Zuständigkeit für die Zollabfertigungen sowohl für den jeweiligen Export, wie auch den jeweiligen Import, sowie die zu erwartenden Abgaben durch Festlegung der passenden Incoterms.

Abfertigungszeiten

Die Überlassung und Freigabe von Zollanmeldungen ist im Regelverfahren an die Öffnungszeiten der örtlich zuständigen Zollämter gebunden. Über dies gibt es in jedem Staat unterschiedliche Vorgaben über die Bereitstellungszeiten & Bereitstellungsorte der Waren und gegebenenfalls zusätzlich nötige Vorlaufzeiten zu denen die Sendungsdaten vorab eingereicht werden müssen. Bitte beachten Sie dies bei Ihren Ablaufplanungen.

Ihr starker Partner – Gemeinsam durch den Brexit

Wenn Sie Ihre Zollerklärungen nicht selbst einreichen möchten, können Sie die Verzollung Ihrer Waren auch durch die Nagel-Group vornehmen lassen. Gemeinsam mit unseren Spezialisten für alle Themen rund um Import und Export nach dem Brexit, finden Sie eine passgenaue Lösung. So verhindern Sie unnötige Komplikationen und haben für die schwierige Übergangszeit mit der Nagel-Group einen starken und kompetenten Partner an Ihrer Seite.

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