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Trendthema: Zuckerarme Produkte immer beliebter

Zucker adé

Immer mehr Menschen reduzieren ihren Zuckerkonsum. Im Internet hat sich sogar ein regelrechter Hype um zuckerarme Ernährung entwickelt. Zahlreiche Homepages geben Tipps, wie der vollständige Verzicht auf Süßigkeiten oder Limonade gelingt. Längst sind auch Handel und Lebensmittelproduzenten auf den Trend aufmerksam geworden – und bieten ihre Produkte in zuckerreduzierten Varianten an.

Zucker hat ein Imageproblem. Regelmäßiger Konsum von zu viel Zucker kann gesundheitsschädlich sein – und diese Erkenntnis setzt sich offenbar bei immer mehr Verbrauchern durch. Deshalb achten immer Menschen darauf, Kuchen, Kekse oder süße Getränke nur noch in Maßen zu konsumieren. Im Internet zeigt sich dieser Trend noch intensiver, oft wird sogar der vollständige Verzicht gepredigt. Entstanden sind richtige Wettbewerbe wie die „Anti-Zucker-Challenge 2018“ oder „Zuckerfrei – Die 40-Tage-Challenge“. Auch im Social-Media-Bereich ließ die Resonanz nicht lange auf sich warten:
Unter den Hashtags #sugarfree und #nosugar finden Interessierte zahlreiche Anregungen zu zuckerfreien Mahlzeiten oder zum Zucker-Fasten.

Rewe befragt Kunden nach Zuckeranteil

Das bedeutet: Es gibt eine wachsende Anzahl von Verbrauchern, die ihre Lebensmittel weniger süß möchte. Das betrifft nicht nur Süßigkeiten, sondern auch jene Produkte, in denen man Zucker auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde. Denn mittlerweile kommen im Supermarkt kaum noch Lebensmittel komplett ohne Zucker aus. Sogar in Brot, Fleischwaren, Milchprodukten und fast allen Fertiggerichten ist die Zutat enthalten. Auch Krautsalate oder Dressings haben nicht selten einen erheblichen Zuckeranteil.

Die veränderte Haltung der Verbraucher haben auch Handel und Lebensmittelproduzenten registriert – und ihre Produkte entsprechend angepasst. So hat beispielsweise die Handelskette Rewe ihre Kunden gefragt, wie viel Zucker der hauseigene Schokoladenpudding am besten enthalten soll. Rund 100.000 Testesser probierten die Originalrezeptur sowie die um 20, 30 sowie 40 Prozent zuckerärmeren Varianten. Das Resultat: Der Pudding mit 30 Prozent weniger Zucker kam am besten an. Fast jeder Zweite mochte diesen am liebsten. Vier Wochen lang konnten die Kunden online ihre Stimme abgeben. Die Handelskette nahm sich die Abstimmung zu Herzen, seit Mitte Mai ist der Sieger-Pudding in den Regalen vertreten.

Die positive Resonanz veranlasste den Handelsriesen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Im Laufe des Jahres soll der Zuckergehalt weiterer Eigenmarken reduziert werden. Das betritt unter anderem Speiseeis, Molkereiprodukte, Frühstücksmüsli oder alkoholfreie Erfrischungsgetränke.

Einzelhandel reduziert Zucker bei Eigenmarken

Im Wettbewerb um gesundheitsbewusste Kunden hat der Einzelhandel das Marktpotenzial von zuckerreduzierten Produkten längst erkannt und sich entsprechend aufgestellt. So hat auch Aldi Nord nach eigenen Angaben den Zuckergehalt von Frühstückscerealien, Molkereiprodukten sowie Fruchtsaftgetränken verringert. Das gilt auch für Kaufland: Dort hat man schon 2015 damit begonnen, Zucker bei Cerealien und Joghurt sparsamer zu verwenden. Auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka lässt bei seinen Eigenmarken mittlerweile einen signifikanten Teil des Zuckers weg. Nudelsaucen und Frühstücksmüsli sind genauso weniger süß wie Feinkostsalate oder Fruchtjoghurt. Lidl hat sich Anfang 2017 sogar öffentlich dazu verpflichtet, den Gehalt an Salz und Zucker bei den Eigenmarken um etwa 20 Prozent zu verringern.

Eine radikale Abkehr vom Zucker soll es aber nicht geben. Schließlich müssen sich die Verbraucher erst schrittweise an die weniger süßen Produkte gewöhnen. Außerdem ist durchaus umstritten, wie sinnvoll der vollständige Verzicht auf Zucker tatsächlich ist. Denn häufig gilt: Es gibt keine falschen Lebensmittel, sondern nur den falschen Umgang mit ihnen.

Headerbild: adrian_ilie825 | stock.adobe.com

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