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Trends mit Zukunft

Was in Europa auf den Teller kommt

Mainstream war gestern, perfekt aussehendes Obst und Gemüse auch. „Clean Eating“ gewinnt an Beliebtheit, genauso wie schokolierte Heuschrecken. Ernährungstrends ohne Grenzen.

Die aktuellen Ernährungstrends sind vielfältig. Eine wichtige Entwicklung geht zum „Clean Eating“, dem Verzehr von natürlichen und frischen Zutaten und Verzicht auf künstlich hergestellte Fertigprodukte. Synthetische Zusatzstoffe, Aromen, Süß- und Farbstoffe verschwinden immer mehr von der Speisekarte. Außerdem ist das Clean Eating eine beliebte Diät-Methode und auch als Snack wird die gesunde Alternative zum Fast-Food beliebter.

Mit Schönheitsfehlern gegen die Verschwendung

Ein Drittel aller Nahrung weltweit wird nach Einschätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Staaten (FAO) jährlich verschwendet. Der nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln findet zunehmend beim europäischen Verbraucher Anklang und sorgt zugleich dafür, dass beispielsweise Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern auf dem Markt eine Chance haben – Äpfel mit Flecken, krumme Tomaten, dreibeinige Karotten oder herzförmige Kartoffeln. So führte die REWE-Group die „Wunderlinge“ ein.

„Viele bewusste Konsumenten versuchen, auf lokalen Märkten saisonale Produkte zu kaufen oder sich direkt mit einem Bauern in einem Projekt der solidarischen Landwirtschaft lokales Obst und Gemüse zu sichern, bei dem es auf den Nährwehrt und Geschmack ankommt statt auf geschmackliche und ästhetische Einheitlichkeit“, sagt Sharon Sheets, Pressesprecherin von Slow Food International. Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in Italien setzt sich unter anderem für bedrohtes Saatgut und Lebensmittelvielfalt ein.

Fast vergessene Sorten kehren zurück

Köche erfinden sich regelmäßig neu, Restaurants ändern ihre Konzepte. Doch die Erfahrung zeigt: Altbewährtes findet seinen Weg früher oder später zurück auf die Teller. Obst- und Gemüsesorten, die seit Jahren nicht mehr im regulären Handel zu finden waren oder gar vom Aussterben bedroht sind, werden wiederentdeckt.

So auch die Tigerella, eine alte Tomatensorte, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Die außergewöhnlich wirkende Tigerella wächst aus altem Saatgut heran. Es handelt sich um eine Tomatensorte, die mit ihrer gelb-roten Maserung weniger einer Tomate, sondern eher einem Apfel ähnelt und einen sehr eigenen, fruchtigen Geschmack hat.

Krabbelnde Proteinlieferanten

Für viele noch ungewöhnlich wird es bei einem Ernährungstrend, der in Europa immer populärer wird: Kochen mit Insekten. Vor allem die Asiaten machen es uns seit Jahren vor: Auf Wochenmärkten in beispielsweise Bangkok oder Shanghai sind frittierte Insekten am Spieß mindestens genauso beliebt wie mit Zucker umwobene Erdbeeren.

„Insekten mit ihrer sehr guten Ökobilanz können künftig für eine Proteinversorgung der stetig wachsenden Weltbevölkerung beitragen. Sie verwerten Futter sehr gut, verbrauchen kaum Trinkwasser und die Zucht ist sehr platzextensiv. Dies macht Insekten zu perfekten Proteinlieferanten, die auch noch sehr gut schmecken“, sagt Folke Dammann, Geschäftsführer von Snack Insects in Deutschland.

Ein weiterer Trend: Insekten kochen. Foto: © kwanchaichaiudom - Fotolia.com

Insektengenuss für Anfänger

Bisher haben vor allem die europäischen Sportler das Potential der Tiere erkannt. Auch einige Restaurants bieten bereits Mehlwürmer, Grillen, Buffalowürmer oder Heuschrecken an. Ob mit Schokolade überzogen oder knusprig geröstet im Salat – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

„Ich empfehle Anfängern immer die Schokoladenvariante: Kuvertüre mit gerösteten Mehlwürmern oder schokolierte Heuschrecke. Zum einen fällt den Menschen das erste Probieren einer Schokoladenvariante meist leichter und zum anderen überdeckt der Schokoladenmantel die für Einsteiger ungewohnte Optik der Insekten“, sagt Dammann.

Header: © TomFreeze - Fotolia.com

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