Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein besseres Online-Erlebnis anbieten zu können. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies setzen. Zur Datenschutzerklärung Hinweis ausblenden

Was ist besser?

Der Vergleich: Frischetheke versus Tiefkühlregal

Beim Einkauf im Supermarkt haben Verbraucher die Wahl – sollen sie bei Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch ins Frische- oder doch lieber ins Tiefkühlregal greifen? Die Entscheidung fällt bei jedem anders aus. Doch egal, ob frisch oder tiefgefroren, Verbraucher sollten vom Kauf über den Transport bis hin zur Lagerung einiges beachten.

In der Food Supply Chain legen Lebensmittel unterschiedliche Wege zurück: die einen landen direkt frisch vom Produzenten in der Ladentheke, während die anderen nach einem Zwischenstopp im Schockfroster ins Tiefkühlregal wandern.

Welche Lebensmittel gefroren oder frisch angeboten werden, hängt vor allem von ihrer Beschaffenheit ab: „Aufgrund ihres hohen Wassergehaltes und ihrer empfindlichen Gewebestruktur eignen sich unter anderem folgende pflanzliche Lebensmittel nicht zum Einfrieren: Blattsalate, Gurken, Tomaten und rohe Kartoffeln sowie Wassermelonen, Äpfel, Birnen und Weintrauben. Genauso Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder saure Sahne, da die Proteine ausflocken und die Produkte eine grießartige Konsistenz bekommen können“, sagt Prof. Dr. oec. troph. Anja Markant, Professorin des Fachbereiches Oecotrophologie • Facility Management, an der Fachhochschule Münster.

Wie frisch ist frische Ware?

„Frisch eingekaufte Lebensmittel sollten auch wirklich die notwendige Frische aufweisen – bestenfalls sollte auf regionale Produkte zurückgegriffen werden“, sagt Markant. Denn frisch geerntete Lebensmittel sind ballaststoffreich und enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Doch je weiter die Transportwege und länger die Lagerzeiten sind, desto mehr sinken die Mikronährstoffgehalte. Diese Mengen werden vor allem durch die Faktoren Licht, Sauerstoff und Wärme beeinflusst, denen die Lebensmittel ausgesetzt sind. „Es darf auch nicht vergessen werden, dass Rohware aus dem Supermarkt schon vor dem Einkauf tage- bis sogar monatelang gelagert wurde und es anschließend zu einer weiteren Lagerung in den Haushalten kommt. Damit kann es zu weitaus größeren Verlusten an wertgebenden Inhaltsstoffen kommen“, erklärt Prof. Dr. oec. troph. Anja Markant. Wer frisches Gemüse nicht zügig verarbeiten oder im Winter nicht auf Erdbeeren verzichten möchte, sollte besser zu Tiefkühlprodukten greifen. Denn diese lassen sich saisonunabhängig kaufen und zu jeder Zeit im Jahr verzehren, weiß die Expertin.

Im Vergleich: Tiefgefrorene versus frische Lebensmittel

Hartnäckig hält sich der Ruf, dass Tiefkühlprodukte eine schlechtere Wahl zu frischen Lebensmitteln sind. An einem Produktvergleich verdeutlicht Markant den Unterschied: „In reifem, gartenfrischem Gemüse und Obst sind sicherlich die höchsten Konzentrationen an wertgebenden Inhaltsstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen enthalten. Dies bedeutet, dass Tiefkühlgemüse und -obst in der Regel etwas niedrigere Werte als gartenfrische Ware aufweisen, da es noch vor dem Schockgefrieren bis zu acht Minuten bei 80 bis 100 Grad Celsius blanchiert werden muss. Wenn Tiefkühlgemüse oder -obst dann jedoch sachgemäß bei minus 18 Grad Celsius gelagert wird, sind die durchschnittlichen Vitamin- und Mineralstoffverluste deutlich geringer als bei einer Lagerung von frischem Gemüse und Obst im Kühlschrank oder gar bei Raumtemperatur.“

Die Qualität von Tiefkühlprodukten ist zwar nicht mit frisch geernteten Lebensmitteln vergleichbar, doch für die Nährstoffe ist das Einfrieren die schonendste Konservierungsmethode, um längere Haltbarkeit zu generieren, wie der Vergleich der Expertin zeigt. Beim Einfrieren der Lebensmittel verwenden die Hersteller nach dem Blanchieren Verfahren zum Schockfrosten: Die Waren werden bei Minustemperaturen von 30 bis 50 Grad Celsius gefroren. Bei dieser Methode bleiben Nährstoffe, Geschmack und Farbe der Produkte erhalten.

Auf den Verbrauchertyp kommt es an

Ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl zwischen Tiefkühlprodukten oder frischen Lebensmitteln ist das Verbraucherverhalten. Während frische Lebensmittel bei der Verarbeitung sehr zeitintensiv sind, ist der Convenience-Grad, also eine bequeme Zubereitung, bei TK-Lebensmitteln deutlich höher: Packung auf, Lebensmittel in den Topf geben, kochen, fertig. Die Konsumenten ersparen sich damit bei der Zubereitung der Lebensmittel oftmals auch das Putzen und Vorbereiten. „Sicherlich profitieren diejenigen besonders von der Verwendung von Tiefkühlprodukten, die es aus zeitlichen Gründen nicht schaffen, regelmäßig einkaufen zu gehen. Weiterhin wären noch Ein- oder Zweipersonenhaushalte zu nennen, die sich die Portionierungsmöglichkeit von Tiefkühlware zu Nutze machen können“, sagt die Expertin.

Das bestätigen auch Zahlen des Deutschen Tiefkühlinstitut: Im vergangenen Jahr kauften mehr als 77 Prozent der über 30-Jährigen eher frisches Gemüse ein als die Jüngeren (57 Prozent). Zudem legen die unter 30-Jährigen mit 38 Prozent eher TK-Obst in den Einkaufskorb als die ältere Verbrauchergruppe. Wer was in seinen Einkaufkorb legt, ist auch abhängig vom Berufs- und Lebensstil der Verbraucher – dabei kommt der Unterschied zwischen den etwas preisgünstigeren TK- und den etwas teureren Frische-Produkten zum Tragen.

Auch im Außer-Haus-Markt kommen Tiefkühlprodukte immer häufiger in Kombination mit frischen Lebensmitteln zum Einsatz. Dem Tiefkühlinstitut zufolge wurden mengenmäßig in der Gastronomie sogar mehr TK-Produkte verbraucht als bei den Endverbrauchern. Die Absatzmenge stieg um 4,1 Prozent auf 1,827 Millionen Tonnen.

Eine eisige Angelegenheit – vom Hersteller bis zum Kunden

Damit tiefgefrorene Produkte eine gute Qualität aufweisen, ist der Transport von zentraler Bedeutung. Wichtig für die Qualität der TK-Produkte ist, dass die Kühlkette auf dem gesamten Transportweg aufrechterhalten bleibt: „Denn es darf nicht vergessen werden, dass bei Temperaturen von minus 18 Grad Celsius das Wachstum von Mikroorganismen nur unterbrochen ist. Diese Temperaturen reichen aber nicht aus, um sie abzutöten, sodass sich die Mikroorganismen beim Auftauen mit steigenden Temperaturen wieder vermehren können“, sagt Markant.

Für einen reibungslosen Transport bis zum Supermarkt sorgen Lebensmittellogistikunternehmen wie die Nagel-Group. Tiefkühl- und frische Produkte werden unter konstanter Einhaltung und Kontrolle der Kühlkette sowie der Lebensmittelhygiene in ganz Europa transportiert. Die Temperatur des Transportes wird dabei immer genau an das jeweilige Produkt angepasst – die Qualität bleibt durch die permanenten Kontrollen gewahrt.

Auch auf die Transportweise vom Supermarkt nach Hause muss geachtet werden. Markant rät: „Der Verbraucher sollte ein Antauen der Tiefkühlprodukte vermeiden. Am besten werden die Tiefkühlprodukte erst zum Ende des Einkaufs in den Einkaufswagen gelegt und dann schnell – möglichst in einer Kühltasche – nach Hause transportiert. Die Tiefkühlware sollte unverzüglich in das Tiefkühlfach mit einer Temperatur von minus 18 Grad Celsius gelegt werden.“

Fotos: © Industrieblick | stock.adobe.com, © silver-john - Fotolia.com, © Thomas Teufel - Fotolia.com

Von den Redakteuren empfohlen