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Jan Peilnsteiner vom VDKL über Tiefkühlware und internationale Distribution

„Tiefkühlkost ist eine Königsdisziplin“

Anlässlich der Partnerschaft zwischen der Nagel-Group und Transthermos spricht Jan Peilnsteiner, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V. (VDKL), über Trends und Entwicklungen.

Jan Peilnsteiner, Geschäftsführer des Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V. (VDKL)

Die Nagel-Group geht eine Allianz mit dem Tiefkühlspezialisten Transthermos ein. Zeigt dieser Zusammenschluss exemplarisch die immer größer werdende Bedeutung der Distribution von Tiefkühlware?

Tiefkühlkost ist eine Königsdisziplin der Logistik. Und mit den kontinuierlich steigenden Absatzzahlen von Tiefkühlprodukten steigen auch die Anforderungen an eine schnelle und flächendeckende Distribution. Das gilt sowohl für die Belieferung einer Tankstelle oder einer Schulkantine als auch für die Versorgung eines Zentrallagers des Handels. Zuverlässigkeit, Präzision und Geschwindigkeit ist dabei nicht alles – viele Kunden wünschen sich außerdem das gesamte logistische Leistungsspektrum von der Lagerung und Konfektionierung bis hin zur bundesweiten Auslieferung aus einer Hand.

Das Konsumverhalten der Kunden zeigt einen Trend hin zum Kauf von Tiefkühlprodukten. Stehen wir erst am Anfang einer grundlegenden Veränderung des Kaufverhaltens?

Wir sind doch schon mittendrin. In den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat sich vieles verändert. Wir leben zunehmend in kleinen oder sogar Single-Haushalten. Auch das Freizeitverhalten ist ein anderes und das wirkt sich aus bis an den Herd: Deutsche Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich weg vom Sonntagsbraten und hin zu einer bequemen, schnellen und internationalen Küche. Da punkten tiefgekühlte Lebensmittel mit innovativen Produkten von hoher Qualität. Sie lassen sich bequem zubereiten und bieten damit eine moderne Grundlage für eine abwechslungsreiche, bewusste Ernährung.

War eine derartige Entwicklung des Kaufverhaltens abzusehen?

Diese Entwicklung war ein mehrjähriger Prozess, der sich zunehmend stabilisiert hat. Und parallel dazu haben dann auch die Hersteller von Tiefkühlkost ihre Angebote erfolgreich weiterentwickelt. Denn am Ende entscheidet sich am point of sale, was im Einkaufswagen landet oder was im Regal liegen bleibt. Niemand kauft sich ein zweites Mal ein Produkt, das schon beim ersten Mal nicht geschmeckt hat – da kann es so innovativ sein wie es will. Der Erfolg von Tiefkühlwaren und tiefgekühlten Convenience- Produkten ist daher die kundenorientierte Antwort auf die Wünsche deutscher Haushalte und Großverbraucher.

Sind bestimmte Trends bei TK-Ware zu betrachten?

Die Trends in der Tiefkühltruhe spiegeln vielfach die allgemeinen Trends der Lebensmittelbranche wider: Bio steht nach wie vor hoch im Kurs, „regional“ wird als das „neue Bio“ gehandelt, „international“ darf es nach wie vor aber auch sein. Leichte Küche, vegetarische Angebote und Produkte ohne bestimmte Allergene gibt es selbstverständlich auch als tiefgekühlte Variante. Gleichzeitig zeigen die Absatzzahlen, dass mit dem Klassiker Tiefkühl-Pizza nach wie vor auch eines der beliebtesten Wohlfühl-Gerichte der Deutschen aus der Tiefkühltruhe kommt.

Gibt es Unterschiede zwischen europäischen Ländern?

Beim Tiefkühlkost-Absatz – Lebensmittelhandel, Heimdienste und Gastronomie – ist Deutschland mit mehr als 3,5 Millionen Tonnen in Europa Spitzenreiter. Beim Tiefkühlverbrauch in Kilogramm pro Kopf und Jahr ist Norwegen ganz vorne. Ich muss aber gestehen, dass ich bisher noch nicht wirklich herausbekommen habe, warum das so ist. Wussten Sie übrigens, dass sehr große Anteile an Tiefkühl- Pizza nach Italien gehen?

Die Nagel-Group und Transthermos haben es vorgemacht. Werden Zusammenschlüsse verschiedener Unternehmen künftig Grundlage dafür sein, am TK-Markt erfolgreich bestehen zu können?

Wir erkennen durchaus eine Entwicklung hin zu Unternehmens-Konzentrationen. Das ist allerdings auch in vielen Branchen außerhalb der temperaturgeführten Lebensmittellogistik ähnlich und die Gründe für diese Entwicklung sind sehr vielfältig. In der Praxis kommt es sicher unter anderem darauf an, welche Leistungen die Kunden eines Unternehmens erwarten und welcher konkrete Mehrwert durch einen Zusammenschluss, wie bei der Nagel-Group und Transthermos, entstehen würde. Für uns als Wirtschaftsverband für Lebensmittelunternehmen stehen kleine und mittlere Unternehmen mit ihren Interessen dabei gleichberechtigt neben den ganz großen, das ist uns sehr wichtig.

Headerbild: © Peter Atkins - Fotolia.com

Der VDKL Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V.

Der VDKL ist ein Wirtschaftsverband für Lebensmittelunternehmen rund um die temperaturgeführte Lagerung, Distribution und Logistik von Tiefkühlkost und Frischewaren. Zu den Mitgliedern gehören Logistikdienstleister, Industrie- und Handelsunternehmen sowie Zulieferbetriebe. Bei den gewerblichen Kühlhäusern deckt der Verband mit seinen Mitgliedern mehr als 80 Prozent des gesamten deutschen Marktes ab. Der VDKL bietet seinen Mitgliedern zahlreiche Service-Leistungen, beispielsweise ein professionelles Energiemanagement und den finanziell attraktiven, deutschlandweit einmaligen VDKL-Strompool.

Kontakt:

Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V. (VDKL)
Fränkische Straße 1
53229 Bonn
Telefon: + 49 (0) 228 – 201 66-0
Fax: +49 (0) 228 – 201 66-11
E-Mail: info@vdkl.de
www.vdkl.de

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