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Superfoods im Vergleich

Gesund mit Grünkohl und Goji

Sie gelten als Vitamin-Wunder: Immer häufiger liefern Lebensmittellogistiker wie die Nagel-Group Chia-Samen und Co. in die Supermärkte. Sie sollen gesundheitsfördernd, nährstoffreich und besonders verträglich sein.

Die Legenden über exotische Pflanzen wie Chia-Samen, Goji-Beeren oder Moringa-Blätter erzählen von Völkern, die damit Wundermittel gegen die schwersten Krankheiten fanden oder sogar komplett gesund durchs Leben gingen. Seit ein paar Jahren erleben diese Mythen einen neuen Frühling – mit dem Aufkommen des Superfood-Trends in Europa entwickelten sich gänzlich neue Absatzmärkte.

Förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden

„Superfood ist seit anderthalb bis zwei Jahren ein absoluter Dauerbrenner, das liegt auch an der medialen Präsenz des Themas“, sagt Angela Clausen, Ernährungswissenschaftlerin und Referentin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Vor allem im englischsprachigen Raum werden immer wieder neue, unterschiedliche Lebensmittel als Superfoods bezeichnet. Was bei uns langweilig ist – sagen wir mal Grünkohl – das ist in New York vergangenes Jahr ein angesagtes Superfood gewesen.“

Bekannt sind die pflanzlichen Super-Produkte den europäischen Verbrauchern in erster Linie aus fernen Ländern in Südamerika oder Asien. Die Supermarktregale in Europa sind gefüllt mit Lebensmitteln, denen arzneiähnliche Wirkungen nachgesagt werden. Doch Superfoods müssen nicht immer aus fernen Ländern importiert sein, manchmal reicht auch der Blick über die nationale Grenze hinaus.

Brokkoli versus Moringa

So findet sich unter heimischen Superfoods beispielsweise Brokkoli. Der Konkurrent aus der fernen Malabar-Region heißt Moringa. Die Blätter des Baumes weisen einen so hohen Gehalt an ProVitamin A auf, dass bei einem täglichen Verzehr von 15 Gramm frischen Blättern der gesamte Tagesbedarf an Vitamin A gedeckt ist., bei 10 Gramm Blattpulver ein Drittel. Auch Vitamin K, E, B2, Eisen und Mangan finden sich in Moringa. Der heimische Brokkoli hat zwar einen nicht ganz so hohen Vitamin A-Gehalt, eine Portion (150 Gramm) deckt aber auch hier bereits den Tagesbedarf. Vitamin K und E sind kaum enthalten, dafür sehr viel Vitamin C. Und Brokkoli punktet bei den Glucosinolaten, einem sekundären Pflanzenstoff.

Heidelbeere versus Goji-Beere

Ein weiteres europäisches Superfood ist die Heidelbeere. Im Volksmund auch Blaubeere genannt, sagt man ihr eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung nach. So soll die Beerenart Thrombosen, Herzattacken und Schlaganfälle vorbeugen. In getrocknetem Zustand soll sie außerdem wirksam gegen Magen-Darm-Erkrankungen sein. Die Gerbstoffe in der Beere haben sich zudem als hilfreich bei der Behandlung von Entzündungen und Wunden der Haut und Schleimhaut erwiesen. Die heimische Heidelbeere kann es somit locker mit der Goji-Beere aufnehmen, insbesondere im Geschmack.

Regionale Alternativen zu exotischen Superfoods

„Betrachtet man ein Superfood nur als ein nährstoffreiches Lebensmittel, das neben Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien auch Flavonoide und Beta-Carotine enthält – die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe – dann sprechen wir eigentlich über unsere gesamte heimische Palette an dunkelroten und dunkelgrünen Früchten und Gemüsen“, sagt Angela Clausen. „Dazu gehören die Kohlsorten mit ihren Glucosinolaten, die Zwiebelgewächse mit den enthaltenen Sulfiden und ebenso sämtliche Beerenfrüchte. Aroniabeeren, Kirschen, schwarze Johannisbeeren und sogar Nüsse – das sind alles tolle, heimische Superfoods. Wir haben bei uns in Europa also mindestens genauso viele Superfoods wie sie aus fernen Ländern importiert werden. Aber es zählt beim Käufer natürlich auch immer der Exotik-Charakter.“

Fotos: © Elena Schweitzer - stock.adobe.com, © tunedin - stock.adobe.com, © kuvona - stock.adobe.com

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