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Laktoseintoleranz
Laktoseintoleranz

„Selbstdiagnosen sind risikoreich“

Kurzinterview mit Sarah Coe, Ernährungswissenschaftlerin der British Nutrition Foundation in London.

Sarah Coe

Was ist eine Laktoseintoleranz?

Eine primäre Laktoseintoleranz ist eine erblich- und altersbedingte Abnahme der Laktaseproduktion im Körper. Alternativ entsteht die Intoleranz temporär durch Darmschäden, die durch Infektionen oder andere Krankheiten des Verdauungssystems hervorgerufen werden. Dann handelt es sich um eine sekundäre Laktoseintoleranz.

Steigt die Anzahl der laktoseintoleranten Menschen in Europa oder steigt nur die Anzahl der laktosefreien Produkte in den Supermarktregalen?

Das Angebot an laktosefreien Produkten unterscheidet sich – aufgrund verschiedener Richtlinien – in Europa stark voneinander. Das liegt daran, dass jedes Land den maximalen Laktosegehalt von als „laktosefrei“ bezeichneten Produkten selbst bestimmen darf. Denn diese enthalten trotz der Betitelung oft einen geringen Anteil des Milchzuckers. Der erlaubte Wert variiert zwischen null Milligramm in Irland und 100 Milligramm Laktose pro 100 Gramm des Produktes in Ungarn. Lediglich für Babynahrung gibt es eine europaweite Regelung, die besagt, dass „laktosefreie“ Produkte weniger als 10 Milligramm Laktose pro 100 Kilokalorien beinhalten dürfen.

Ist Laktoseintoleranz ein Trend in Europa?

Selbstdiagnosen werden zwar immer beliebter, aber Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Menschen, die denken sie wären laktoseintolerant, es nicht sind. Diese Falscheinschätzungen führen dazu, dass viele Personen Milchprodukte und somit auch wichtige Nährstoffe wie Calcium oder Jod aus ihrem Ernährungsplan streichen. Eine professionelle Diagnose eines Spezialisten ist deshalb unverzichtbar, da dieser auch andere Ursachen der Symptome wie eine Milchallergie oder einen Reizdarm ausschließen kann.

Headerbild: © Fotolia - glisic_albina

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