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Globalisierung des Geschmacks

Die Welt rückt auf dem Teller zusammen

Die Globalisierung verändert das Essverhalten der Konsumenten. Sushi oder Falafel stehen tagtäglich auch in Europa auf dem Speiseplan. Eine ausgereifte Lieferkette macht es möglich, diese Lebensmittel in den Supermärkten daheim zu finden. Auch die Nagel-Group trägt dazu bei.

Viele kennen es: Die Mittagspause rückt näher und die tägliche Frage nach dem Mittagsessen kommt auf. Was früher häufig Schnitzel und Pommes bedeutete, kann heute sehr viel abwechslungsreicher sein. Denn die Auswahl an kulinarischen Möglichkeiten ist größer als jemals zuvor. Innerhalb einer Woche kann man sich quer über den Globus essen: montags italienisch, dienstags thailändisch, mittwochs türkisch, donnerstags indisch und freitags griechisch. „Durch diesen Wettbewerb steigt die Qualität, denn der qualitätsorientierte deutsche Verbraucher kauft kein Produkt, dass seinen hohen Anforderungen nicht gerecht wird“, erklärt Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Dabei müssen Hersteller und Gastronomen einen Spagat zwischen dem Gefühl von Exotik und dem gewohnten, regionalen Geschmack schaffen, der nicht immer ganz einfach ist. „Aktuell gibt es zum Teil viele gegenläufige Trends. So kann die leichte asiatische Küche mit vegetarischen Optionen punkten, orientalische Speisen werden durch den Welterfolg von Yotam Ottolenghi als Jerusalem kitchen vermarktet und die Topküche entdeckt ungeahnte Destinationen wie Dänemark, Peru oder Albanien – verlangt allerdings auch dort regionale Qualität“, sagt Dr. Peter Peter, Dozent für Gastrosophie mit dem Schwerpunkt Weltküche und Küchentrends an der Universität Salzburg.

Dies ist jedoch kein neues Phänomen. Bereits im 15. Jahrhundert während der Kolonialzeit begann die kulinarische Vermischung landestypischer Gewürze, Agrarprodukte und Zubereitungsweisen. Ein Paradebeispiel dafür ist eines der beliebtesten Gericht der Briten asiatischen Ursprungs: Chicken Tikka Masala. „Ein wahres britisches Nationalgericht“, wie der frühere britische Außenminister Robin Cook mal sagte. Neben den indischen Einflüssen lieben die Briten aber dennoch auch weiterhin ihre Fish & Chips und Beans on Toast sowie ihren Cottage Pie. Regionale Spezialitäten werden also nicht durch neue Einflüsse verdrängt. „Verbraucher wollen Vielfalt“, erklärt Stefanie Sabet. „Anstatt Verdrängung erleben wir, dass regionale und internationale Küche einander inspirieren und neue Gerichte und Produkte entstehen.“

Kulinarische Evolution

In Deutschland haben sich in diesem Zusammenhang vor allem die Einflüsse der damaligen Gastarbeiter aus der Türkei, Italien und Griechenland durchgesetzt. Sie haben die deutsche Küche mit ihren mediterranen Speisen um viele kulinarische Genüsse erweitert. „Internationale Speisen haben natürlich einen festen Platz im Speiseplan deutscher Verbraucher. Immer beliebter sind sie hierzulande allerdings bereits in den 1960er und 70er Jahren geworden und nicht jetzt“, sagt Peter Peter. Der größte daraus entstandene Kassenschlager ist der Döner. Ein traditionelles türkisches Gericht, das in Berlin weiterentwickelt wurde und inzwischen als beliebter Snack nicht mehr wegzudenken ist. „Allerdings ist der deutsche Markt für Lebensmittelhersteller gesättigt. Wer seinen Umsatz steigern will, muss sich etwas einfallen lassen und innovativ sein“, so Sabet. „So kommt dann beispielsweise Chili-Schokolade oder Ingwer-Bier auf den Markt.“

Zurück zu den Ursprüngen

Küchen verändern sich durch äußere Einflüsse und aus verschiedenen Küchen entwickeln sich Hybride. „Einfach gesagt entscheidet beim deutschen Verbraucher nicht die Exotik oder Regionalität über den Kauf, sondern das Bewusstsein, qualitativ hochwertig und zunehmend auch gesund gewählt zu haben“, sagt Sabet. Die globalen Strömungen führen zudem immer häufiger zu lokalen Gegenbewegungen. Einerseits gelten daher in Deutschland beispielsweise längst vergessene Produkte wie Pastinaken oder Topinambur wieder als „trendy“. Andererseits werden mittlerweile auch internationale kulinarische Höhepunkte an heimischen Standorten produziert.

„Internationale Speisen galten in der Nachkriegszeit als wertiger und überraschender. Heute zähle sie allerdings zum Mainstream – Tomaten mit Mozzarella, Sushi oder Pizza überraschen niemanden mehr. Deutscher Winzersekt oder alte Brandenburger Kartoffelsorten schon“, sagt Peter. Viele Unternehmer haben sich den neuen Geschmäckern angepasst und stellen zum Beispiel Sushi Made in Germany für regionale Supermärkte her. „Regionalität ist und bleibt aber ein Trend. 45 Prozent der Konsumenten sind bereit, mehr Geld für regionale Produkte auszugeben“, sagt Sabet. Peter ergänzt: „Die Attribute einheimisch und regional gelten schon seit mindestens zehn Jahren als vertrauensstiftende Gütesiegel, an die sich mittlerweile Regio-Burger-Bratereien und Billigsupermärkte anzuheften versuchen.“

Was bedeutet das für die Logistik?

Für die Logistik bringen diese Änderungen neben Chancen auch viele neue Herausforderungen. Denn Konsumenten verlangen tagtäglich frische Ware aus der ganzen Welt. Außerdem steigen die Ansprüche von Industrie und Handel. Für die weltweite Beschaffung von Produkten ist die Logistik somit entscheidender denn je. Die Nagel-Group ist in diesem Zusammenhang einer der führenden europäischen Logistikdienstleister, der kundenorientierte Logistikprozesse anbietet und Kunden europaweit mit frischen Produkten versorgt.

Headerbild: @ fotolia - Michael Stumpf

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