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Ernährungsreport 2018

Außer-Haus-Essen immer beliebter

Ob das belegte Brötchen vom Bäcker, ein Mittagessen in der Betriebskantine oder der Restaurantbesuch mit Freunden – für viele Menschen ist Essen außer Haus fester Bestandteil des Alltags. Die flexiblen Arbeitsgewohnheiten und der urbane Lebensstil treiben die Entwicklung hin zu „To Go“-Supermärkten, Street Food und schnellem Essen voran. Der Ernährungsreport 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, kurz BMEL, zeigt, dass die Deutschen nicht nur häufig auswärts essen, sondern auch bereit sind, immer mehr Geld dafür auszugeben.

„Deutschland, wie es isst“ – Immer öfter auswärts

Laut der vom forsa Institut durchgeführten Befragung essen 43 Prozent der Deutschen mindestens einmal in der Woche außer Haus. 23 Prozent konsumieren zumindest wöchentlich Snacks wie belegte Brötchen. Ein Fünftel der Deutschen besucht sogar einmal oder mehrmals in der Woche ein Wirtshaus oder ein Restaurant. Insgesamt 74 Prozent gehen im Schnitt jedoch eher monatlich in ein Restaurant, so das Ergebnis des BMEL Ernährungsreports 2018.

Bei 57 Prozent der Berufstätigen sind nach Angaben des BMEL jedoch weiterhin mitgebrachte Speisen von zu Hause die beliebteste Mittagsmahlzeit. Immerhin mehr als ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe entscheidet sich aber inzwischen ebenfalls dafür, mittags die Kantine, den Bäcker oder das Restaurant zu besuchen. Ein Fünftel der Befragten gab zudem an, gänzlich auf das Mittagessen zu verzichten.

Auch das Crest Verbraucherpanel der npdgroup Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass Außer-Haus-Essen immer beliebter wird, da die Anzahl der Besuche in der deutschen Gastronomie steigt. So ist der typische Deutsche 2016 durchschnittlich über 140 mal auswärts essen gegangen. Davon profitieren besonders die Verpflegungsstellen am Arbeitsplatz sowie die Schnellgastronomie, einschließlich Bäckereien, Metzgereien und Lebensmitteleinzelhandel.

Parallel verzeichnet das BMEL einen Anstieg der privaten Konsumausgaben für das Essen außer Haus. Dies zeigt sich anhand der Entwicklung der Ausgaben der Berufstätigen für ein Mittagessen. Während die durchschnittlichen Ausgaben 2016 noch bei 6,20 Euro lagen, sind sie im vergangenen Jahr auf 7,30 Euro gestiegen – dies entspricht einem Zuwachs von fast 18 Prozent. Dabei sind Männer gewillt, einen durchschnittlichen Betrag von 7,90 Euro für ein Mittagessen auszugeben. Damit liegen ihre Konsumausgaben deutlich höher als die der Frauen, die sich ein Mittagessen im Schnitt 6,60 Euro kosten lassen.

Deutschland und Europa: Trends des Außer-Haus-Marktes

Der Aufschwung in der Gastronomiebranche ist europaweit zu spüren. So konstatierte das Crest Konsumentenpanel für das Jahr 2017 ein gesundes Wachstum der fünf größten Länder Europas. Neben Deutschland entwickelt sich der Außer-Haus-Markt in Frankreich, Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich durchweg positiv, was auch mit der Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenhängt. Nach Angaben von Euromonitor lag in Frankreich der prognostizierte Jahresumsatz im Außer-Haus-Markt bei gut 45,5 Milliarden Euro.

Abendessen ist der beliebteste Anlass

61 Prozent der Europäer gaben in der Studie Global Out-of-Home-Dining Survey von Nielsen zudem an, dass das Abendessen der beliebteste Anlass sei, um auswärts zu essen. 52 Prozent schrieben dem Mittagessen diese Rolle zu. Die erste Mahlzeit des Tages wird hingegen lieber daheim verzehrt. Denn lediglich neun Prozent der Europäer frühstücken außer Haus. In Deutschland sieht dies allerdings etwas anders aus. Laut der npdgroup Deutschland sind hier anteilige Steigerungen der Besuche zum Frühstück zu verzeichnen, die insbesondere dem Handel und der Schnellgastronomie zugute kommen. Somit könnte sich zukünftig auch in Deutschland ein globaler Trend durchsetzen, der neue Frühstücksangebote zum Wachstumstreiber von Cafés, Lebensmitteleinzelhändlern und Convenience Shops werden lässt.

Trotz all dieser Entwicklungen haben die Deutschen auch weiterhin Freude daran, regelmäßig zu kochen: 87 Prozent der Deutschen kochen wenigstens einmal in der Woche, 43 Prozent stehen sogar täglich am Herd. In diesem Punkt zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und auch zwischen den Generationen: Aus dem Ernährungsreport 2018 geht hervor, dass Frauen im Schnitt häufiger als Männer kochen, und Jüngere haben tendenziell mehr Spaß am Kochen als Ältere.

Headerbild: CandyBox Images | stock.adobe.com

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