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Airline Catering

Was ein gutes Menü an Bord auszeichnet

Die Ellenbogen an ihre Taillen gepresst, versuchen die Passagiere vorsichtig die Folie ihres Bordmenüs zu entfernen. Für Gelegenheitsflieger kann es dabei zur Herausforderung werden, den Tomatensaft auf dem kleinen Tisch nicht umzukippen. Für Nik Loukas ist Essen im Flugzeug Routine: Er testet die Bordverpflegung und legt dafür pro Jahr 180.000 Kilometer zurück. Worauf er beim Airline-Catering besonders achtet, erzählt er uns im Interview.

Nik Loukas. Fotos: Nik Loukas

Herr Loukas, oft kritisieren Fluggäste die Mahlzeiten an Bord. Hat sich die Qualität in den vergangenen Jahren verändert?

Ich glaube schon, und zwar zum Besseren. Airlines investieren mehr Zeit und Aufwand, um leckere Mahlzeiten für die Passagiere zu kreieren. Sie haben Forschungen angestellt und herausgefunden, dass der Geschmack auf Flughöhe bis zu 30 Prozent abnimmt. Das versuchen sie auszugleichen. Im Premiumbereich nimmt die Qualität ganz sicher zu, denn die Airlines befinden sich im Wettbewerb und versuchen, die Passagiere zu umwerben. Im Economy Bereich sieht es etwas anders aus – es gibt aber auch einige Airlines, die dafür bekannt sind, fantastisch schmeckende Mahlzeiten anzubieten, die aus qualitativen Zutaten hergestellt sind.

Wodurch zeichnet sich für Sie qualitativ hochwertige Bordgastronomie aus?

Für mich fangen die Eigenschaften mit dem Aussehen und der Menge der Mahlzeit an. Dann probiere ich das Essen, um zu sehen, ob das Gezeigte mit dem Geschmack übereinstimmt. Ich bewerte die Airlines nach der Qualität der Zutaten, und versuche so viele Informationen wie möglich zu finden, manchmal frage ich die Airlines auch explizit danach.

Was ist für Sie als Konsument noch wichtig?

Auf Langstreckenflügen möchte ich eine große Auswahl und viele Snacks, die ich zwischen den Mahlzeiten auswählen kann. Auf kürzeren Flügen innerhalb Europas lege ich Wert auf Auswahl – egal, ob es Buy-on-Board oder kostenlose Angebote gibt. Ich mag Airlines, die mit ihren Bordmahlzeiten eine Geschichte erzählen. Swiss zum Beispiel präsentiert gerne Qualitätsprodukte aus verschiedenen Regionen der Schweiz. Das ist eine schöne Geschichte für die Passagiere und gibt ein paar Informationen über das Essen der Region. Idealerweise ist die Bordverpflegung so frisch wie möglich.

Welche Speisen sind besonders beliebt bei der Bordverpflegung?

Das unterscheidet sich von Airline zu Airline, auf Kurzstrecken sind leicht konsumierbare Mahlzeiten, die entweder frisch und gefroren sind, am beliebtesten. Allerdings sehe ich zunehmend plusgradig temperaturgeführte Lebensmittel. Sie können Airlines helfen, Abfälle zu reduzieren. Generell gilt, dass Snacks und frische Produkte beliebt sind, während Vorbestellungen eher weniger beliebt sind – nur fünf Prozent der beförderten Passagiere bestellen ihre warme Mahlzeit vor dem Flug.

Nik Loukas assistiert als Training Manager Trainings- und Produktentwicklungsworkshops für Fluggesellschaften in ganz Europa. Er ist in den vergangenen 15 Jahren in verschiedenen Rollen in der Branche tätig gewesen und tritt heute als Experte auf Veranstaltungen in der Branche auf. Auf seinem Blog Inflight Feed bewertet er die Bordgastronomie seiner zahlreichen Flüge nach Geschmack, Qualität, Aussehen, Menge und Originalität. Schon die Fotos auf seinem Blog zeigen die vielfältigen Möglichkeiten der Menüs auf kleinstem Raum.

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