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Frauen in Führungspositionen, Logistik, Hedwig Köster
Interview mit Hedwig Koester

„Mit Erfolg überzeugen“

Hedwig Koester, Geschäftsführerin der Nagel Albatros-Spedition in Kehl, kann auf eine mehr als 30-jährige Karriere bei der Nagel-Group zurückblicken. Als Frau in einer Führungsposition hatte sie es nicht immer leicht. In einem Gespräch erzählt sie von ihrem Werdegang in der männerdominierten Speditionsbranche.

Frauen in Führungspositionen, Logistik, Hedwig Köster
Hedwig Koester

Wie kamen Sie zu dem Entschluss, in der Speditionsbranche zu arbeiten?

Das war eigentlich ganz simpel. Ich folgte der Empfehlung eines Beraters beim Arbeitsamt in meiner Heimat Trier. Schon beim ersten Bewerbungsgespräch konnte ich den Arbeitsvertrag unterzeichnen.

Was war im ersten Job damals für Sie Tagesgeschäft?

Ich war ein klassisches „MFA“- Mädchen für alles.

Welche Aufgaben folgten dann?

Von Juli 1985 an war ich in der Niederlassung Langen bei Frankfurt als Speditionsleiterin tätig, bis mir Anfang 1988 die Niederlassungsleitung übertragen wurde. Nach dem Neubau in Groß-Gerau war ich dort von 1993 bis Ende 2010 als Niederlassungsleiterin tätig. Dann wechselte ich nach Andernach und war dort bis März 2014.

Seit März 2014 sind Sie Geschäftsführerin der Nagel Albatros-Spedition in Kehl?

Ich war zunächst von März bis Mai 2014 als Beraterin für die Zentralverwaltung in Kehl tätig, danach wurde ich dann zur Geschäftsführerin berufen.

Gab es Vorbilder oder Mentoren, die Sie auf Ihrem Weg zur Führungskraft inspiriert oder begleitet haben?

Die gab es durchaus. Willi Beckmann begleitete damals meine Anfänge in Langen. Oder Peter Heiber. Er war Niederlassungsleiter bei der Weichelt-Spedition in Mörfelden, meinem damaligen Arbeitgeber von 1978 bis 1985 vor Eintritt in die Nagel-Group. Später wurde er dann Geschäftsführer Spedition bei Kraftverkehr Nagel unter Kurt Nagel. Eines meiner großen Vorbilder war natürlich Kurt Nagel selbst. Sie alle zeichnen sich durch Bodenständigkeit aus. Sie sind von der Pike an gelernte Spediteure. Das bewundere ich.

Wodurch zeichnet sich Ihre Arbeit aus?

Im Wesentlichen ist das Anforderungsprofil gleich geblieben. Bildlich gesprochen besteht für mich die Herausforderung nach wie vor darin, den Vogel „Albatros“ zum Fliegen zu bringen und im Flugmodus zu halten.

Haben Sie sich als Frau im Vor- oder Nachteil gegenüber männlichen Kollegen gefühlt?

Eher im Nachteil, geschenkt wurde mir nichts. Die Kollegen haben es mir nicht immer einfach gemacht.

Was ist Ihr Rezept, um sich trotzdem durchzusetzen?

Ganz einfach: Mit Erfolg überzeugen.

Warum würden Sie jeder Frau empfehlen, in einer Führungsposition zu arbeiten?

Soziales Verhalten und der Umgang mit Mitmenschen ist bei Frauen meist gut ausgeprägt. Außerdem sind Frauen offener für Empathie und haben ein besseres Händchen im Umgang mit Mitarbeitern. Diese Stärken werden dringend benötigt, besonders in unserer personalintensiven Branche. Es fehlt allgemein ohnehin an Weiblichkeit an der Führungsspitze.

Welche Chancen bieten sich Frauen heute in der Logistik?

Grundsätzlich gibt es viele Chancen, wichtig ist nur, dass Frauen diese auch ergreifen. Die Akzeptanz für weibliche Führungskräfte hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.

Nennen Sie drei Eigenschaften, die eine junge Frau mitbringen sollte, um in der Logistik als Führungskraft erfolgreich zu sein.

Frauen sollten vor allem durchsetzungsfähig sein. Außerdem sind Ehrgeiz und Loyalität wichtige Voraussetzungen für Erfolg.

Was gefällt Ihnen heute an der Logistikbranche?

Nach wie vor fasziniert mich die Vielfältigkeit der Branche. Auch begeistert mich die internationale Ausrichtung an meinem jetzigen Standort. Außerdem arbeite ich mit Menschen, nicht mit Maschinen. Das gefällt mir sehr gut.

Was schätzen Sie besonders an der Nagel-Group?

Jeder bekommt hier eine Aufstiegschance. Der Weg vom Azubi zum Geschäftsführer ist in der Nagel-Group keine Seltenheit. Durch das dezentralisierte System bleiben dem einzelnen Mitarbeiter ein hoher Entscheidungsspielraum und viele Freiheiten vor Ort.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie sich Ihre Laufbahn der letzten 30 Jahre vor Augen führen?

Ich habe fast immer meine Visionen durchgesetzt. Die von mir geleiteten Standorte und Profit-Center haben sich kontinuierlich und nachhaltig entwickelt. Dabei war ich immer von engagierten und hoch motivierten Mitarbeitern umgeben.

Was werden Sie vermissen, wenn Sie nicht mehr in der Nagel-Group aktiv sind?

Sicherlich wird mir im Nachhinein eine Menge fehlen. Das kann ich aber zum heutigen Zeitpunkt weder beurteilen noch beantworten. Außerdem bin ich ja noch bis Ende 2016 hier.

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