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14 Fragen und Antworten

Berufskraftfahrer: Alle Fakten über den bewegenden Beruf

Berufskraftfahrer sind das sichtbare Aushängeschild eines jeden Logistikers wie der Nagel-Group. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Unternehmens - und das jeden Tag. Wir beantworten die wichtigsten 14 Fragen rund um den Beruf in Deutschland.

1. Was genau ist ein Berufskraftfahrer (BKF)?

Berufskraftfahrer ist die Bezeichnung für einen qualifizierten Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge. Sie sind vor allem als Lkw- oder auch als Busfahrer tätig. In der Logistik in Deutschland gibt es aktuell rund 550.000 Kraftfahrer.

2. In welchen Bereichen sind Berufskraftfahrer tätig?

Lkw-Fahrer transportieren Güter, vor allem für Logistikdienstleister, aber auch für Post- und Kurierdienste und Unternehmen, die selbst Güter transportieren.

3. Welche Tätigkeiten führt ein Berufskraftfahrer aus?

Als Berufskraftfahrer besteht die Haupttätigkeit darin, große Fahrzeuge zu führen. Dazu gehört, sich mit den Fahrzeugen gut auszukennen und sie regelmäßig zu überprüfen. Für eine sichere Fahrt müssen Berufskraftfahrer die Betriebs- und Verkehrssicherheit vor der Abfahrt überprüfen. Hinzu kommen verschiedene Tätigkeiten, abhängig vom jeweiligen Tätigkeitsbereich.

4. Wer ist vom neuen Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz (BKrFQG) betroffen?

Der Gesetzgeber verlangt, dass alle gewerblichen Lkw- und Busfahrer alle fünf Jahre eine Weiterbildung absolvieren. Demnach müssen alle Busfahrer, die am 10. September 2008 und Lkw-Fahrer, die am 10. September 2009 im Besitz einer Fahrerlaubnis sind, künftig alle fünf Jahre an einer Weiterbildung in den Bereichen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Neueinsteiger, die eine Fahrerlaubnis nach diesen Terminen erworben haben, müssen ab dann eine Prüfung absolvieren, um ihre Qualifikation nachzuweisen (Grundqualifikation). Davon sind auch Aushilfsfahrer betroffen. Eine erfolgreich abgeschlossene Grundqualifikation und Weiterbildung wird mit der Schlüsselzahl 95 auf dem Führerschein eingetragen.

5. Wie lange darf ein Berufskraftfahrer am Tag arbeiten?

Ein Berufskraftfahrer darf werktags nicht mehr als acht Stunden arbeiten. Die Arbeitszeit kann auf bis zu zehn Stunden verlängert werden. Das ist möglich, wenn ein Berufskraftfahrer innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt nicht mehr als acht Stunden werktäglich arbeitet (§ 3 ArbZG). Die Arbeitszeit darf 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten, kann aber auf bis zu 60 Stunden verlängert werden.

6. Wie lang sind die Lenk- und Ruhezeiten?

Die Lenkzeit darf 4,5 Stunden nicht überschreiten. Danach muss ein Berufskraftfahrer eine Pause oder eine sogenannte Lenkzeitunterbrechung von mindestens 45 Minuten einhalten. Die tägliche Ruhezeit muss mindestens 11 Stunden betragen und innerhalb von 24 Stunden genommen werden. Nach der Arbeitszeitregelung für Lkw muss der Berufskraftfahrer also innerhalb von 24 Stunden nach der letzten täglichen oder wöchentlichen Ruhezeit für Lkw-Fahrer eine neue tägliche Ruhezeit nehmen.

7. Für wen gelten die Lenk- und Ruhezeiten?

Die Lenk- und Ruhezeiten gelten für Berufskraftfahrer mit Fahrzeugen und Anhängern oder Sattelanhängern mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht im gewerblichen Güter- und Personenverkehr. Die Lenkzeiten gelten zudem für Busfahrer.

8. Wie werden die Lenk- und Ruhezeiten überprüft?

Aufgrund einer EU-Verordnung wurde zum 1. Mai 2006 das EG-Kontrollgerät, also der digitale Fahrtenschreiber, eingeführt, der als digitaler Tachograph eingesetzt wird. Das Gerät speichert auf einem Chip wichtige Daten, etwa die Arbeitszeit.

9. Welchen Führerschein braucht ein Berufskraftfahrer?

In Deutschland gibt es seit dem Jahr 2013 16 Führerscheinklassen, wovon vier zum Führen von Lastkraftwagen berechtigen: CE, C, C1 und C1E. Der Führerschein der Klasse CE hat im Grunde keine Begrenzung, was die zulässige Gesamtmasse angeht.

10. Was ist der Führerschein Klasse CE?

Es gibt vier EU-weite Lkw-Klassen. Das E beschreibt dabei den EU-weiten Code für Anhänger. Wer den Führerschein CE erwirbt, kann Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und Anhänger sowie Sattelanhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 Kilogramm bedienen.

11. Wie wird man Berufskraftfahrer?

Wer Berufskraftfahrer werden möchte, kann entweder eine duale Ausbildung absolvieren, die drei Jahre dauert. Entscheidend ist, dass die Auszubildenden die abschließende IHK-Prüfung bestehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, bei der IHK die theoretische und praktische „Prüfung Grundqualifikation“ oder die „Prüfung beschleunigte Grundqualifikation“ zu erwerben. Beide ermöglichen das gewerbliche Führen von Lkw.

12. Welche Voraussetzungen benötigt ein angehender Berufskraftfahrer?

Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus.

13. Was lernen Berufskraftfahrer in der Ausbildung?

Auszubildende verbringen einen Teil ihrer Arbeitszeit in ihrem Ausbildungsbetrieb, den Rest in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht findet entweder in Blockform oder an bestimmten Wochentagen statt. Im Betrieb lernen sie zum Beispiel das Warten und Pflegen der Fahrzeuge, an der Berufsschule auch wirtschaftliche Grundlagen und allgemeinbildende Fächer. Ein besonders wichtiger Teil ist der Führerschein, der im Rahmen der Ausbildung erworben wird.

14. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen hat ein Berufskraftfahrer?

Sogenannte Anpassungsweiterbildungen können einem Berufskraftfahrer helfen, sein berufliches Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten und es an neue Entwicklungen anzupassen. Das betrifft etwa die Bereiche Güter- und Personenverkehr, Kraftfahrzeugtechnik, Ladungssicherung oder Gefahrgut. Zum Beispiel durch eine Prüfung als Meister für Kraftverkehr oder Fachwirt für Güterverkehr und Logistik haben Berufskraftfahrer außerdem die Chance, in Führungspositionen aufzusteigen.

Die gesammelten Informationen stammen vom Bundesamt für Güterverkehr, vom TÜV Nord und vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, von der Arbeitsagentur, der IHK sowie den Websites bussgeldkatalog.org und bussgeld-info.de.

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